APROSUVI - Basisgesundheit im Hochland

Das Menschenrecht auf Gesundheit ist zwar in der Verfassung Guatemalas verankert, doch das ohnehin schwache öffentliche Gesundheitssystem des Landes leidet unter Korruption, knappen Budgets und schlechter Aus­stattung der wenigen öffentlichen Kranken­häuser.

Aprosuvi
Ernährungskurs bei Aprosuvi

Nur knapp jeder Dritte Guatemalteke ist krankenversichert, alle anderen zahlen beim Arzt­besuche aus eigener Tasche – sofern sie es sich leisten können.

Besonders gravierend ist die Gesund­heits­ver­sorgung in länd­lichen Regionen: Die Wege zum nächsten Arzt oder Kranken­haus sind zu weit, die Mütter- und Kinder­sterblichkeits­rate ist besonders unter der indigenen Bevölker­ung alarmierend.

Auf einen Blick
Projektpartner seit 2011
Projektregion: Ländliche Mayagemein-den in Huehuetenango
Projekte: Gesundheit für Alle! - Betrieb von Gesundheits­zentren, Ausbildung von Ehren­amtlichen, Frauen&shygesund­heit 

Zielgruppe: 43.000 Personen in entlegenen Mayadörfern ohne staatliche Gesund­heits­ver­sorgung insb. Frauen und Kinder.

Ziele: Zugang zur medizinischen Ver­sorg­ung schaffen, Gesund­heits­prävention

Zahl der Begünstigten: 43.000 (2018)

Förderung: 4.800,00 Euro (2018)


Gesundheitshelfer:innen und traditionelle Maya-Hebammen sind eine wichtige Stütze für Schwangere, Kranke und Kinder auf dem Land, können aber, weil sie oft schlecht ausgebildet sind, die Defizite des Gesundheits­systems in Guatemala nicht ausreichend beheben. 


Aktueller Bedarf

  • Finanzierung der Ausbildung von Gesundheitshelfer*innen und Maya-Hebammen
  • Spenden für die Dorfvisiten und den Klinikbetrieb.

Unser Beitrag

Elote fördert die Basis­gesundheits­projekte APROSUVIs mit dem Schwer­punkt Frauen­gesundheit. Mit diesen Projekten kann u.a. die Mütter- und Kinder­sterblichkeit reduziert werden.

Wie Sie helfen können

  • Regelmäßige Förderung durch eine Projektpatenschaft,
  • Spenden


APROSUVI und die Projektregion

Die Vereinigung zur Unterstützung der Gesundheit, Gemeinsam für das Leben (APROSUVI) ist eine guate­maltekische Nicht­regierungs­organi­sation, die sich seit dem Jahr 2003 für die Verbesserung der Gesund­heits­ver­sorgung in entlegenen Maya-Gemeinden des Departments Huehuetenango einsetzt. Neben dem Betrieb von Gesund­heits­ein­richtungen und Maßnahmen der Gesund­heits­prävention werden Aus­bildungs­programme für Gesund­heitshelfer­:innen und traditionelle Maya-Hebammen durchgeführt. APROSUVI ist seit 2011 Projekt­partner von Elote.

 

Das Department Huehuetenango liegt im nordwestlichen Hochland Guatemalas an der Grenze zu Mexiko. Die Mehrheit seiner etwa 1,3 Mio. Einwohner lebt auf dem Land, oft in schwer zugänglichen Gebirgs­regionen. Rund 85% der Bewohner sind Maya, sie gehören überwiegend der Ethnien Mam und Kanjobal an. 


Huehuetenango zählt zu den ärmsten Departments Guatemalas, mehr als acht von zehn Menschen leben in Armut oder extremer Armut, 70% der Kinder unter fünf Jahren gelten als chronisch unterernährt. In den entlegensten Landkreisen Huehuetenangos erreicht die Analphabeten­rate beinahe 50%. Der Zugang zu Sekundar­schulen und zur Gesund­heits­ver­sorgung ist dort auch für guatemal­tekische Verhältnisse sehr niedrig. Dorfnahe Ver­sorgungs­ein­richtungen, wie Ärzte oder Gesund­heits­zentren, fehlen weiträumig. Ehemals vorhandenes medizinische Wissen ist durch die Ermordung oder Vertreibung zentraler Persönlich­keiten im indigenen Gemeinwesen zur Zeit des Bürger­kriegs verloren gegangen.

Das Projekt

Gesundheit für Alle!– APROSUVI folgt mit seinen Projekten dem Konzept der Basis­gesund­heits­ver­sorgung und erreicht so mit bescheidenen Mitteln eine deutliche Ver­besserung der Gesund­heits­situation in verarmten ländlichen Gemeinden der Projekt­region. Anders als etwa in Deutschland stellen einfache Infektions-, Atemwegs- und Durch­fall­erkrankungen oder ein fehlendes Hygiene­bewusst­sein ein hohes Gesund­heits­risiko dar, das beispiels­weise für schwangere Frauen oder unternährte Kinder zu oft tödlich endet.

Um die Gesundheitsversorgung vor Ort zu verbessern baut APROSUVI in enger Zusammen­arbeit mit den Gemeinden sog. Gesundheits­posten (Puestos de Salud) auf, einfachste Versorgungs­ein­richtungen, in denen rund 90% der lokal auftretenden Krank­heiten eigen­ständig behandelt werden können.

Aktuell unterhält APROSUVI Gesund­heits­posten in den besonders struktur­schwachen Land­kreisen Nentón und San Mateo Ixtatán, in den Kreisen San Pedro Necta und Colotenango betreut die Vereinigung die basis­medizinische Versorgung. Die Gesund­heits­posten werden durch von APROSUVI aus­gebildete Gesund­heits­helfer:innen und traditionelle Maya-Hebammen betreut, die die tragenden Säulen des Systems der Basis­gesund­heits­versorgung in Guate­mala darstellen.

Aprosuvi Guatemala Hebamme Gesundheit Elote e.V.

Gesundheitshelfer und Mitglieder von Aprosuvi.


Über 100 Dorf­gesund­heits­helfer:innen und 200 Maya-Hebammen sind in der Projektregion in 59 Dörfern für insgesamt etwa 43.000 Einwohner zuständig. APROSUVI stattet jeden Gesund­heits­posten mit den wichtigsten Medi­kamenten und Utensilien aus. Die Medikamente werden zu einem niedrigen Preis von den Dorf­gesund­heits­helfer­:innen verkauft, mit den Einnahmen wird der Medikamenten­bestand unter­halten.

Ausbildung von Gesundheitshelfer*innen und Hebammen

Dorfgesundheitshelfer*innen (Promotores de Salud) sind es gewohnt eigenständig zu arbeiten und können die wichtigsten Infektions­krank­heiten behandeln, Wunden versorgen und schwer­wiegendere Krank­heits­bilder an höhere Ver­sorgungs­zentren (regionales Gesund­heitszentrum, öffentliches Kranken­haus) weiterleiten. Sie sind auch in der Krank­heits­vorsorge geschult und geben ihr Wissen an die Bewohner der Gemeinden weiter. Durch die Präventions­kampagnen lässt sich die Häufig­keit von Durch­fall­erkrankun­gen zum Beispiel mit einfachen Kenntnissen (Abkochen von Wasser, regelmäßiges Händewaschen, Abdecken von Speisen etc.) deutlich senken.

Dorfgesundheitshelfer*innen werden vom Gemeinde­rat für diese Funktion vorgeschlagen, arbeiten ehrenamtlich und sind nebenbei weiterhin als Klein­bauern und -bäuerinnen tätig. Ihre Ausbildung wird von APROSUVI organisiert und finanziert. 

Neben der Ausbildung von Gesund­heits­helfer­:innen setzt APROSUVI einen Schwerpunkt auf die Weiterbildung traditioneller Maya-Hebammen (Comadronas), die im indigenen Gemein­wesen eine zentrale Rolle einnehmen und dadurch oft zu den ersten Opfern der staatlichen Gewalt gegen indigene Ge­meinden zählten. Traditionelles Wissen, das von Comadrona zu Comadrona weitergeben wurde, muss vielerorts in Kleinst­arbeit wieder­hergestellt werden. Durch die regelmäßigen Weiter­bildungen soll insbesondere die hohe Mutter- und Kindes­sterblich­keit reduziert werden.

Aprosuvi Elote e.V. Guatemala Hochland Hebamme

Maya Frauen im Hochland Guatemalas


Gesundheitsposten und Frauengesundheit

In den Dörfern Chaculá und Bulej betreibt APROSUVI kleine Kliniken, die als Referenz­zentren für die Gesund­heits­posten der umliegenden Dörfer dienen und in denen sehr gut, teils universitär ausgebildete Gesund­heits­helfer­:innen tätig sind. Die Clínica de Chaculá verfügt beispiels­weise über ein eigenes Labor und etwas mehr Instrumentarien, wie zum Beispiel zur zahn­medizinischen Versorgung. Hier finden auch die Aus- und Weiter­bildungen der Dorf­gesund­heits­helfer­:innen und der Maya-Hebammen statt, die zum Teil aus Elote-Spenden­mitteln finanziert werden können.

Elote unterstützt darüber hinaus das Teilprojekt Wat’ch Sk’o’ol Ix’ix / Salud de la Mujer (Frauengesundheit), das die Gesundheit von Schwangeren, Müttern und Kindern in neun Gemeinden der ab­geschiedenen Mikroregion Chaquenal (Landkreis San Mateo Ixtatán) fördert. 25 bereits ausgebildete Dorf­gesund­heits­helfer­:innen wurden im Projekt zu Themen aus dem Bereich der Familien­planung, Verhütung und Geschlechts­krankheiten weitergebildet.

 

Die spezialisierten Gesund­heits­helfer*innen führen nun eigen­ständig Informations­veranstaltungen und Haus­besuche bis in die entlegensten Gemeinden durch, bei denen unter anderem über eine gesunde Mutterschaft und Ernährung, Familien­planung, die Problematik sehr früher Schwanger­schaften sowie über die häufigsten Gründe der und Präventions­möglich­keiten gegen Mütter­sterblich­keit aufgeklärt wird.

 

Die Mutter­sterblichkeit konnte in der Microregion bereits vom ersten Projektjahr an deutlich reduziert werden: Verstarben 2011 noch 43 Mütter im Rahmen der Schwanger­schaft und Geburt, waren es 2012 mit 18 Frauen wesentlich weniger. In den beiden Folgejahren starb in der Projektregion keine einzige Frau an Schwangerschafts- und Geburts­komplikationen mehr.

Auch die steigende Zahl der Frauen, die über APROSUVI Verhütung­smaß­nahmen in Anspruch nehmen, zeigt, dass die Informations­arbeit fruchtet. Eine kluge Familien­planung in den klein­bäuerlichen Familien ist unerlässlich, um den Teufels­kreis aus hoher Kinder­zahl und daraus resultierender Armut und Unter­ernährung zu durchbrechen.


Möchten Sie mehr über APROSUVI er­fahren oder möchten Sie die Arbeit von APROSUVI untersützen?

Alexander Fischer steht Ihnen gerne zur Verfügung: mail@elote.de

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